Freitag, 15. September 2006

Meine Frau soll nicht arbeiten müssen

Der Satz aus dem vorherigen Post geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Jungs, Jungs, das ist sicher nett gemeint, aber was soll das?!

1. das Wort müssen

Woher nehmt ihr die Erkenntnis, dass Eure (zukünftigen) Frauen nicht einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen?
Ist die Idee, dass ein Mensch, der anhand seiner Interessen und Fähigkeiten eine Berufswahl getroffen und diesen Beruf vier Jahre lang gelernt hat, diesen auch gerne ausüben würde, denn so absurd? Oder ist die heutige Arbeitswelt so verkorkst, dass sich junge Leute kaum mehr vorstellen können, dass jemand seinen Beruf tatsächlich gerne machen kann? Diese Möglichkeit besteht natürlich auch.

2. das Wort arbeiten

sorry Jungs, aber nur wer noch nie kleine Kinder betreut hat kann auf die Idee kommen, dass der Beruf "Hausfrau und Mutter" bzw. "Hausmann und Vater" keine Arbeit sei. Undankbare, sich wiederholende, nie endende Schmutzarbeit, um genau zu sein. Die Art Arbeit also, von der Arbeitspsychologen sagen, sie führe langfristig zu einer starken Arbeitsunzufriedenheit - und den damit zusammenhängenden Folgen Frustration, Aggression und Depression. Und - dies geht an die Adresse der "man muss den Hausfrauenberuf aufwerten"-Fraktion! - die Art Arbeit, die eigentlich nur dann Spass macht, wenn man sie zu Mehreren macht. Oder nur dann langfristig erträglich ist, wenn man sie a) auf ein Minimum reduziert und b) aufteilt.

Capisch?

Es grüsst lieb,
die Emanze vom Dienst

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